Nachfolge ist nicht einfach

Anlässlich des Pfarrfestes Mondorf 2019

Wir nehmen Bezug auf das Evangelium Lk 9,51-62

Was bedeutet Nachfolge für uns?

N wie ...

Nicht zurückblicken, Gewohntes loslassen, sich auf Neue Wege begeben.

A wie ...

Authentisch bleiben, Achtsam sein, Augen öffnen.

C wie ...

Christus als der, der vorausgeht, Christus nicht aus dem Blick verlieren.

H wie ...

Helfen, wo es nötig ist, Herz für andere zeigen.

F wie ...

Füreinander da sein, beten, teilen und sorgen, miteinander Feiern.

O wie ...

Ohne Angst vor dem Tod, d.h. (nach-)österlich leben, mit dem Glauben an die Auferstehung.

L wie ...

Lieben, d.h. einander annehmen und verzeihen.

G wie ...

Gefährte sein, miteinander als Christen unterwegs sein, in Gemeinschaft leben.

E wie ...

Einstecken können, Anfeindungen aushalten, zum Christ-sein stehen, Entdecker für Gottes Spuren sein.

Heute wird oft die Meinung vertreten, dass man unter den jetzigen Umständen nicht mehr so leben könne wie damals oder dass die Menschen in der frühen Kirche wohl nur in ihrer ersten Begeisterung das Leben so intensiv miteinander geteilt haben. Ich glaube, dass das Leben der ersten Christen eine Fortsetzung dessen war, was die Jünger Jesu im Leben ihres Meisters gesehen haben. Sie haben begriffen, dass Nachfolge Jesu genau das bedeutet: bereit zu sein, das ganze Leben so wie er für Gott, für die Mitmenschen und für das Wachstum des Reiches Gottes einzusetzen.

Aber was bedeutet nun im Wesentlichen Jesus nachzufolgen?

Für die Jünger und die Menschen, die Jesus selbst kennenlernen durften, bedeutete das konkret, ihm hinterhergehen und lernen.

Heute bedeutet es, als Christ leben, auch dann, wenn es schwer fällt.

Das Buchstabieren des Wortes hat uns bereits auf die wichtigsten Punkte hingewiesen.

5 Aspekte scheinen mir hier besonders wichtig:

1. ein bedingungsloses tiefes Gottvertrauen.Jesus kannte seinen himmlischen Vater als den, der Liebe ist und ihn mit allem Nötigen versorgt v.a. während seines unsteten Wanderlebens. Vertrauen wir mehr auf Gottes beistand und seine Fürsorge und klammern uns weniger an Besitz und materielle Dinge!

2. ein intensives Gebetsleben. Jesus pflegte seine tiefe Verbundenheit im Gespräch mit dem Vater, daraus schöpfte er Kraft für alles Wirken. Das muss die Jünger sehr beeindruckt  haben, denn sie baten ihn, sie beten zu lehren. Suchen wir uns mehr Zeiten und Orte um mit Gott zu sprechen, ihn um Rat zu fragen, ihn zu loben und zu danken!

3. Mitgefühl und Nächstenliebe. Jesus wandte sich unterschiedslos allen Schwachen, Verachteten und Ausgestoßenen zu; auch denen, die in Sünden verstrickt schienen, Jesus versuchte stets einen Ausweg zu zeigen. Stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse etwas mehr zurück und spüren, wo wir mit unseren Fähigkeiten vom andern gebraucht werden! 

4. unerschrockene Klarheit in den Auseinandersetzungen mit seinen Widersachern, z.B. mit den selbstgerechten Pharisäern. Jesus sah, dass nur das Aufdecken ihrer Heuchelei sie vor dem ewigen Verderben bewahren könnte. Er lehrte die Jünger, sogar die Feinde zu lieben, also auch feindseligen Gesinnungen nicht mit Hass oder Groll zu begegnen, sondern durch eine demütige, liebende Haltung den anderen zu beschämen.

Stehen wir Rede und Antwort zu dem, was wir glauben und wählen wir dabei stets friedliche Wege!

5. kompromisslose Verkündigung der Wahrheit. Eher wählte Jesus den Tod, als irgendetwas zu widerrufen oder vor seinen Feinden zu fliehen und so sich und seine Botschaft unglaubwürdig zu machen. Er wusste, dass daran das Heil der Menschen hängt.

Bleiben wir glaubwürdig und leben das vom Evangelium, was wir wirklich verstanden haben!

In diesen 5 Punkten konnten die Jünger damals und wir heute von Jesus lernen, dass Liebe die Hingabe des ganzen Lebens bedeutet. Das war es auch, was das Leben der Gläubigen in der frühen Kirche geformt hat.

Weil die ersten Christen, so wie Jesus, nicht für sich selbst leben wollten, haben sie sich von allem befreien lassen, was sie an der Liebe hindern könnte: Bindungen an Haus, Äcker, Familienangehörige, eigene Pläne …Sie waren bereit, sich von allem und jedem zu lösen, was sie am Dienst für Gott und für das Heil der Menschen hinderte. Von Jesus wussten sie, dass es zum einen auch gar nicht anders geht und zum andern darin auch eine Verheißung liegt: Denn die Bereitschaft zur Selbstverleugnung, zum Aufgeben des selbstbestimmten Lebens machte sie frei für die Dinge, die Gottes Reich betreffen. Christen sollen nicht mit Worten lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

So tun wir dies heute, in dem wir unseren Glauben und unser Pfarrfest miteinander feiern:

1. in der Gewissheit, dass Gott durch vieler Menschen Hände heute für uns gesorgt hat

2. im Gebet, da wir unser Fest mit dieser Heiligen Messe beginnen, wir Gott loben und danken.

3. in tätiger Nächstenliebe, durch unser ehrenamtliches Engagement und unserer Spende, womit  jeder das zur Gemeinschaft beiträgt, was und wie es ihm möglich ist.

4. und trotzen allen, die uns das Feiern missgönnen und beweisen wie im letzten Jahr allen Kritikern dieser Art des Miteinander Feierns, dass es funktioniert und dass wir

5. damit viel einladender Kirche sind und auch Menschen mit kleineren Geldbeuteln ein Mitfeiern ermöglichen.

Denn Gott liebt jeden von uns und schaut wahrscheinlich lächelnd heute zu uns herab und denkt sich : Grund zum Jubeln, Lust zur Freude!